Familienaufstellung - was genau ist das denn?
Keine Beziehung ist so tief wie die, zu den leiblichen Eltern. Diese beginnt schon während der Schwangerschaft. Manches mal hört man sogar, dass schon die Zeugung Einfluss auf unser weiteres Leben hat, denn hierbei sind zwei Zellen, die mit uns zu tun haben, beteiligt. Schon in dieser ersten Lebenszeit entstehen Prägungen, die Auswirkungen bis ins Erwachsenenleben haben können.

Auch Verhaltensweisen, Einstellungen, Überzeugungen und Sichtweisen werden innerhalb des Familiensystems weitergegeben. Kinder wollen diesen entsprechen, denn ihre Existenz hängt davon ab, gesehen zu werden und dazuzugehören. Um dies zu erreichen spalten sie nicht Akzeptiertes von sich ab, wie z.B. den wütenden Teil und schlüpfen in eine Rolle. Diese Rolle aufrecht zu erhalten kostet sehr viel Kraft und Energie. Der Preis ist z.B. Müdigkeit, mangelnde Lebensfreude, irgendwann sogar körperliche oder psychische Krankheit und die Abgetrenntheit von sich selbst. Und hat man dadurch bekommen, was man sich so sehr von den Eltern gewünscht hat? Meistens nicht.

Ein Beispiel, um dies greifbarer zu machen:
Tanja ist 48 Jahre alt und hat Probleme damit Nähe zuzulassen. Sie fühlt sich oft müde und kraftlos und kann sich schwer motivieren Sport zu machen oder auch nur spazieren zu gehen. Ihr fällt auf, dass sie nicht mehr von Herzen lacht, sondern immer nur milde lächelt. Sie ist eher ruhig und in sich gekehrt und fühlt, dass ihr in ihrem Leben etwas fehlt. Sie weiß allerdings nicht was.

In der Aufstellung zeigt sich unter anderem, dass in der Familie Trauer keinen Platz hatte. "Heul nicht so rum" war ein Satz, den sie oft gesagt bekam, wenn sie ihre Trauer zeigte. Es wurden sogar Fotos von ihr beim "Heulen" gemacht, um ihr zu zeigen wie hässlich sie dabei aussieht.

Heute schluckt sie ihre Gefühle hinunter, doch wenn man Gefühle unterdrückt, hat dies nicht nur Auswirkungen auf dieses Gefühl, auch andere können nicht mehr in ihrem wahren Ausmaß gefühlt und gelebt werden. Man lebt ein Leben auf Sparflamme. Eine Partnerschaft kann z.B. in dem Maße darunter leiden, dass keine echte Nähe zustande kommen und auch Liebe nicht in ihrem wahren Ausmaß gefühlt werden kann.

Bei Beziehungskonflikten ist eine Familienaufstellung eine wundervolle Methode, um diese zu lösen. Beziehungskonflikte finden sich nicht nur bei Paaren, sondern können auch z.B. zwischen Geschwistern, Freunden, Mutter und Kind und Kollegen entstehen. Die Familienaufstellung bzw. Systemaufstellung unterstützt dabei, die Gründe für das eigene Verhalten und die der anderen zu verstehen und zeigt Strategien zur Lösung des Konflikts auf.


Wann  ist eine Familien- bzw. Systemaufstellung sinnvoll?
- Wenn sich immer wieder die gleichen Muster wiederholen, wie z.B. an die falschen Männer zu geraten
- Bei Beziehungsproblemen, Trennung, Scheidung
- Wenn man keinen Partner findet oder sich der Kinderwunsch nicht erfüllt
- Bei Familienkonflikten, Streit, Spannungen oder anderen Belastungen innerhalb des Familiensystems
- Bei Energielosigkeit, Krankheit, Mobbing, Ängsten, Streit oder anderen persönlichen Konflikten und Belastungen
- Wenn ein Leidensdruck vorhanden ist
- Wenn man sich nicht spüren kann
- Wenn man in problematischen Lebenssituationen feststeckt
- Wenn man nicht mit Konflikten umgehen kann
- Bei beruflichen Anliegen, wie z.B. Job- oder Berufswechsel, Mobbing am Arbeitsplatz, Konflikte mit dem Chef oder Kollegen
- Bei mangelnder Selbstliebe
- Um sich selbst besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln
- Bei Kindern und Jugendlichen, die Schwierigkeiten in der Schule haben
- Bei Kindern und Jugendlichen mit Belastungen, wie z.B. Mobbing, ADHS, Ängste
- Bei Kindern und Jugendlichen, die mit den Belastungen des Alltags nicht zurecht kommen oder die viel Aufmerksamkeit einfordern
- Wenn man sein Leben verändern möchte
- Für mehr Lebensfreude, Spaß und Leichtigkeit im Leben


Allgemeine Informationen zur Aufstellungsarbeit finden Sie hier.